Das IKS und der Struktur- und Entwicklungsplan 2012

Mit dem Struktur- und Entwicklungsplan 2012 hat sich die Universität zum Ziel gesetzt, u.a. an allen Fakultäten international sichtbare Exzellenzbereiche aufzubauen. Diese sollen durch einen umfassenden Restrukturierungsprozess mit einer leistungs- und belastungsorientierten Mittelverteilung erreicht werden. Hierzu sind in den einzelnen Handlungsfeldern (Forschung, Studium und Lehre, Nachwuchsförderung und Personalentwicklung, Internationalisierung, wissenschaftliche Weiterbildung) entsprechende strategische Entwicklungsziele formuliert.

Der Studiengang ‚Internationale Kriminologie‘ und weitere Tätigkeiten des IKS entsprechen explizit und in besonderer Weise den angestrebten Zielen der Universität, die im STEP formuliert werden. Der geforderte Ausbau interdisziplinärer Studiengänge mit dem Handlungsfeld ‚Studium und Lehre‘ wird durch das IKS bereits seit den 1980er Jahren geleistet. Das Handlungsfeld ‚Internationalisierung‘ verlangt strategische Maßnahmen im Bereich ‚Forschung‘, die u.a. den Ausbau internationaler Graduiertenkollegien fördern sollen. Bezogen auf den Bereich ‚Studium und Lehre‘ wird eine erhöhte Beteiligungen an Erasmus-Programmen angestrebt. Die genannten Ziele werden bereits jetzt vom IKS verfolgt und sind dort zum Teil bereits seit Jahren implementiert. Im Handlungsfeld ‚Wissenschaftliche Weiterbildung‘ des STEP werden solche Weiterbildungsangebote gewünscht, die einerseits ökonomisch selbsttragend und nachfrageorientiert sind, andererseits die strategischen gesamtuniversitären Ziele verfolgen. Wir sind der Meinung, dass diese Ziele im vollen Umfang durch den Weiterbildungsmaster ‚Kriminologie‘ erreicht werden.

Die universitäre Relevanz des Studiengangs ‚Internationale Kriminologie‘ wird zudem durch nachfolgende Kriterien zur Einführung von Masterstudiengängen (Beschluss des Hochschulrates vom 16.11/05.12.2007) gestützt: Internationalität, Interdisziplinarität, Nachfrageorientierung, Forschungsorientierung. Die Notwendigkeit einer ausreichenden personellen Verankerung, die ebenfalls als Kriterium herangezogen wird, ist jedoch durch die aktuelle strategische Personalstrukturplanung der Universität selbst nicht gewährleistet, so dass der in Deutschland einzigartige, sozialwissenschaftlich ausgerichtete Studiengang ‚Internationale Kriminologie‘ existenziell gefährdet ist.

Denn der devianzsoziologische Schwerpunktbereich der Soziologie sowie der Kriminologie wird im Struktur- und Entwicklungsplan 2009-2012 unter ‚Soziologie‘ subsumiert. Wir müssen leider feststellen, dass die Personalstellen dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – weder im STEP, noch im Personalstrukturplan – als ‚Kriminologie-Stellen‘ ausgewiesen sind. Das heißt konkret: Bei einem Ausscheiden der betreffenden Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber aus dem Dienst würden die Stellen dem Bereich Kriminologie nicht mehr zur Verfügung stehen.

Auch ist anzumerken, dass im rechtswissenschaftlichen Studium an Universität Hamburg bislang im Wahlschwerpunktbereich ebenfalls kriminologische Grundkenntnisse gelehrt werden, jedoch die Personalstrukturplanung des STEP explizit die Streichung einer weiteren Professur für Kriminologie (ehemals Prof. Villmow) vorsieht. Von den ursprünglich vier Professuren für Kriminologie existiert gegenwärtig lediglich nur noch eine einzige, die an Prof. Wetzels gebunden ist. Das Institut für Kriminalwissenschaften der Fakultät für Rechtswissenschaften wird auf Grund der nationalen und internationalen Kooperationen sowie der Drittmittelstärke im STEP zwar als Potenzialbereich angesehen, aber dann zugunsten der fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunktbildung nicht weiter berücksichtigt.

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