Das IKS und seine akademischen Aktivitäten

Lehre am IKS

Das Institut für Kriminologische Sozialforschung (IKS) im Fachbereich Sozialwissenschaften der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg bietet die in Deutschland nach wie vor einzigartige, im internationalen Vergleich indes selbstverständliche, Lehre sozialwissenschaftlich-kriminologischer Inhalte an. Das 1984 eingeführte ‚Aufbau- und Kontaktstudium Kriminologie‘, das mit dem Abschluss ‚Diplom-Kriminologin‘ bzw. ‚Diplom-Kriminologe‘ abgeschlossen wurde, ist der Vorläufer der beiden aktuell angebotenen Masterstudiengänge, des M.A. ‚Internationale Kriminologie‘ einerseits, des ‚Weiterbildenden Master Kriminologie‘ andererseits.

Der konsekutive Masterstudiengang ‚Internationale Kriminologie‘ wird seit dem Wintersemester 2005/2006 vom IKS ausgerichtet und nach zwei Jahren bzw. vier Semestern mit dem akademischen Grad ‚Master of Arts (M.A.)‘ abgeschlossen. Daran anschließend wird die Möglichkeit der Promotion zum ‚Dr. phil‘ im Fach Kriminologie angeboten. Inhaltlich knüpft der forschungsorientierte und interdisziplinär ausgerichtete Studiengang an die Perspektiven der ‚Kritischen Kriminologie‘ an, thematisiert unter Rückgriff auf eine grundsätzlich sozialwissenschaftliche Ausrichtung, kriminologische Inhalte in gesellschaftspolitisch informierter Weise und bezieht diese auf aktuelle Probleme und Diskussionen rund um die Thematik von Kriminalität und deren Kontrolle. Die AbsolventInnen sollen auf diese Weise für leitende Funktionen in kriminologisch einschlägigen Berufsbereichen ausgebildet, insbesondere aber für die wissenschaftliche Tätigkeit im Fach Kriminologie qualifiziert werden. Auf dem gleichen akademischen Niveau wird dies – und das gilt es abermals zu betonen – von keiner anderen Ausbildungsstätte in Deutschland umgesetzt. Ein weiteres Spezifikum ist die explizite inhaltliche Ausrichtung an internationalen Fragestellungen (z.B. in dem Profilmodul ‚Internationale Kriminalitäts- und Sicherheitspolitik‘) und die Einbettung kriminologischer Fragestellungen in globale Kontexte. Anknüpfend hieran wird den Studierenden die Gelegenheit geboten, im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Erasmus-Programms grundsätzliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Es besteht ebenso die Option, im Zuge des fachspezifischen ‚Sokrates-Programme on Criminal Justice and Critical Criminology‘, Partner-Universitäten weltweit aufzusuchen und in internationalen Kontexten kriminologische Inhalte zu bearbeiten. Diese Möglichkeiten eines Auslandssemesters werden ergänzt durch die zweimal jährlich stattfindenden ‚Common Sesssions on Criminal Justice and Critical Criminology‘, in deren Rahmen den Studierenden die Chance geboten wird, ihre Kenntnisse über internationale Kriminalitäts- und Sicherheitspolitiken auszubauen, an internationalen Tagungen in ganz Europa teilzunehmen und in einem fremdsprachigen Umfeld fachspezifische wissenschaftliche Debatten zu führen.

Der Masterstudiengang ‚Internationale Kriminologie‘ findet große Akzeptanz bei den Studierenden: Den 33 Studienplätzen standen im aktuellen Wintersemester 2011/2012 144 BewerberInnen gegenüber. Diese BewerberInnenzahl bestätigt den steigenden Trend der letzten Jahre und zeugt von der ausgeprägten Attraktivität des Studiengangs unter den Studentinnen und Studenten:

Tabelle 1:

Der ‚Weiterbildende Masterstudiengang Kriminologie‘ ist seit dem Wintersemester 2007/2008 Teil des Lehrangebots des IKS und ergänzt den Masterstudiengang ‚Internationale Kriminologie‘ um einen interdisziplinären Masterstudiengang für Berufstätige aus kriminologisch einschlägigen Praxisbereichen, der im Rahmen von drei Semestern berufsbegleitend den Studienabschluss ‚Master of Arts (M.A.)‘ ermöglicht. Diese Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis bringt kriminalsoziologisch kompetente Praktiker hervor, die in Bereichen der Polizeiführung, Sozialer Arbeit und in Wirtschaftsunternehmen tätig sind. Organisiert vom Institut für Weiterbildung e.V. der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg, wird mit Hilfe der Kombination von Präsenzveranstaltungen und online-gestützter Lehre Berufstätigen die überregionale Möglichkeit gegeben, sozialwissenschaftliche Aspekte und grundsätzliche gesellschaftspolitische Gesichtspunkte der Kriminalität, sowie aktuelle Probleme der Kriminalpolitik tiefergehend zu reflektieren und auf akademischem Niveau theoretisch zu analysieren. Der ausgeprägte und beispielhafte Wissenschafts-Praxis-Transfer dieses Weiterbildungsangebots, das sich im Übrigen vollständig aus den entsprechenden Teilnahme-Gebühren finanziert, wird besonders dadurch deutlich, dass die Abschlussarbeiten häufig in direkter Kooperation mit Institutionen angefertigt werden, die kriminologisch einschlägig arbeiten.
Auch in diesem Falle lässt sich die Beliebtheit des Lehrangebots bei den AdressatInnen zahlenmäßig untermauern: Zum Wintersemester 2011/2012 haben sich für die 30 zur Verfügung stehenden Studienplätze 109 Interessierte beworben. Wie im Folgenden zu sehen, ist in den letzten Jahren auch bei diesem Lehrangebot ein aufsteigender Trend zu beobachten:

Neben den beiden Masterstudiengängen, die das IKS ausrichtet, beteiligt sich das Institut zudem an der kriminologischen Lehre, die im Rahmen der Soziologie-Studiengänge des Instituts für Soziologie der Universität Hamburg angeboten werden. So wird im Bachelorstudiengang ‚Soziologie‘ im 5. und 6. Fachsemester, in der Vertiefungsphase des Studiengangs, u.a. der Modulschwerpunkt ‚Kriminalität und Kontrolle‘ angeboten, der die Studierenden mit den Grundströmungen des soziologischen Denkens hinsichtlich Kriminalität und Kriminalitätskontrolle vertraut machen soll. Unter den Studentinnen und Studenten ist dieser Modulschwerpunkt – das zeigt Tabelle 3 – der beliebteste.

Anzumerken ist auch, dass der Masterstudiengang ‚Soziologie‘ in seinem Wahlpflichtbereich u.a. das Profilmodul ‚Cultural and Visual Criminology‘ umfasst, das in großen Teilen Seminare beinhaltet, die von Mitarbeitenden des IKS angeboten werden. Auch in diesem Kontext zählt das kriminologische Angebot – wie aus Tabelle 4 ersichtlich – zur meistgewählten Alternative und unterstreicht abermals die Attraktivität der in Hamburg am Fachbereich Sozialwissenschaften angebotenen kriminologischen Lehre.

Wie geachtet die an der Universität Hamburg gelehrten kriminologischen Inhalte innerhalb der Studentenschaft sind, zeigt auch die Tatsache, dass viele Studierende, die ihren Bachelorabschluss erfolgreich abgelegt haben, in den M.A. ‚Internationale Kriminologie wechseln bzw. sich um eine Aufnahme in eben diesen Studiengang bewerben.

Das IKS ist ferner Mitanbieter eines Erasmus Mundus Joint Doctorate Programms (‚Doctorate in Cultural and Global Criminology‘), das ab September 2012 als kriminologisches Promotionsprogramm in einem internationalen Setting die wissenschaftliche Auseinandersetzung und Forschung mit den Schwerpunkten ‚Crime, Media and Culture‘, ‚Criminal Justice Policy, Social Change and Exclusion‘, ‚Globalisation, Transnational Crime and Control‘ und ‚Human Rights and International Security‘ anbietet.

In diesem Zusammenhang ist es von expliziter Bedeutung, dass die Ausrichtung des besagten Promotions-Programms mit der erfolgreichen Akquise beträchtlicher EU-Mittel (Schätzung: 1.102.200 €) verbunden ist.

Schließlich engagieren sich die Mitarbeitenden im Rahmen der Vernetzung des IKS und der öffentlichen Vermittlung kriminologischer Inhalte, insbesondere über das Medium Internet. In diesem Kontext kann vor allem auf die fachspezifische Online-Enzyklopädie ‚Krimpedia‘ hingewiesen werden. Weiterhin sind in diesem Zusammenhang der anerkannte Kriminologie-Blog ‚Criminologia‘, sowie die Lernplattform ‚KrimTheo‘ zu nennen.

Forschungsaktivitäten am IKS

Aber nicht nur in der Lehre, sondern auch hinsichtlich außercurricularer Aktivitäten und drittmittelfinanzierter Forschungsprojekte ist das IKS umfassend aktiv.
Zur Zeit werden unter dem institutionellen Dach des IKS folgende, durch Drittmittel finanzierte, Forschungsvorhaben durchgeführt:

  • ‚Gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen neuer Sicherheitsmaßnahmen im Fährverkehr‘ (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und koordiniert durch das Frauenhofer Institut – Projektzeitraum: 9/2011-8/2014).
  • ‚Geodaten, Policing und Stadtentwicklung‘ (gefördert durch die Thyssen-Stiftung).
  • ‚Biometrie als soft surveillance. Die Akzeptanz von Fingerabdrücken im Alltag‘ (gefördert durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft – Projektzeitraum: 06/2010-11/2012).
  • ‚Technische Prävention von Low-Cost-Terrorismus‘ (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – Projektzeitraum: 8/2010-7/2013).

Neben den aus Drittmitteln finanzierten Forschungsprojekten, besteht noch das ‚Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung (ISIP)‘, welches sich seit 1997 mit verschiedenen Aspekten der inneren und äußeren Sicherheit moderner Gesellschaften beschäftigt und den Wandel in den entsprechenden politischen Kontexten nachzuzeichnen versucht.

Der Drittmitteletat – bezogen auf das Gesamtvolumen der seit 2006 an beiden Instituten durchgeführten Forschungsprojekte – beträgt ca. 3.063.000 €.

Das IKS unterstützt ferner aktiv die Forschung, die im Kontext der ‚Arbeitsstelle für Rehabilitations- und Präventionsforschung‘ durchgeführt wird.

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